T64 Espressomühle Gen 2 – Präzision & Genuss
By Christian Hinrichs / Dezember 21, 2025 / Keine Kommentare / Kaffeemühlen
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T64 Gen2: Warum diese Mühle mein Espresso-Game verändert hat
Die T64 Gen2 mit RPM im Test: Maximale Flexibilität für Single Dosing
Single-Dosing-Mühlen mit 64-mm-Mahlscheiben sind der Goldstandard für ambitionierte Home-Baristi. Mit der T64 Gen2 mit RPM wird dieses bewährte Konzept um eine entscheidende technologische Komponente erweitert: die präzise Kontrolle über die Mahlgeschwindigkeit. Wir haben die technischen Fakten und Praxis-Erkenntnisse dieser Generation für euch zusammengefasst.
Bauweise und Haptik
Die T64 Gen2 beeindruckt durch ihre massive Bauweise. Mit einem Eigengewicht von 7,6 kg ist sie eine der standfestesten Mühlen auf dem Markt.
- Gehäuse: Hochwertige Metallverarbeitung mit funktionalen Details wie einem Metalldeckel und Silikondichtung.
- Magnetischer Auslauf: Die Abdeckung des Auslaufs ist magnetisch befestigt, was den Zugang zum „Flapper“ für die Reinigung extrem erleichtert.
- Maße: 32 cm Höhe, 21 cm Tiefe, 13 cm Breite.
Das Highlight: Variable Drehzahlsteuerung (Gen2)
Die Besonderheit der T64 Gen2 ist die digitale Steuerung der Motordrehzahl. Diese lässt sich in präzisen 100er-Schritten im Bereich von 900 bis 1900 rpm einstellen.
Warum die RPM-Steuerung den Unterschied macht:
- Helle Röstungen & Klarheit: Niedrigere Drehzahlen (z. B. 900–1100 rpm) reduzieren die Produktion von „Fines“ (Feinststaub). Das Ergebnis ist ein gleichmäßigerer Durchfluss und eine deutlich höhere Klarheit, wodurch die komplexen, fruchtigen Säuren heller Röstungen perfekt betont werden.
- Dunkle Röstungen & Körper: Höhere Drehzahlen können genutzt werden, um bei klassischen Röstungen mehr Textur und Körper zu erzeugen.
- Synergie mit High-End Mahlscheiben: Die 64-mm-Plattform der Gen2 ist prädestiniert für Upgrades (z. B. SSP-Scheiben). Durch die Justierung der RPM in 100er-Schritten lässt sich die spezifische Schliffgeometrie dieser Scheiben optimal auf die jeweilige Bohne abstimmen.
Performance & Mahlgut
- Effizienz: Bei mittlerer Drehzahl werden 18 g Espressobohnen in ca. 19 Sekunden verarbeitet.
- Geräuschkulisse: Mit 77 Dezibel bleibt die Mühle angenehm leise, wobei sich die Klangcharakteristik je nach gewählter RPM-Stufe subtil verändert.
- Temperaturkontrolle: Das Gehäuse bleibt im Betrieb mit ca. 29 °C kühl. Eine thermische Belastung des Mahlguts wird so effektiv verhindert.
Partikelverteilung & Geschmack
Die T64 Gen2 liefert eine professionelle Partikelverteilung (Hauptpeak bei 2 mit einer Breite von 230). In der Tasse bedeutet das:
- Präzision: Hohe Extraktionsraten ohne unerwünschte Bitterkeit.
- Vielseitigkeit: Die Kombination aus 64-mm-Scheiben und variabler RPM erlaubt ein Geschmacksprofil, das von klassisch-viskos bis hin zu modern-floral reicht.
Workflow und Totraum-Analyse
Beim Single Dosing zählt jedes Gramm. Die Gen2 ist auf minimalen Rückhalt optimiert:
- Permanenter Totraum: Dieser liegt bei lediglich 0,3 g, was einen exzellenten Wert darstellt.
- Effektives Ausblasen: Der integrierte „Blower“ (Blasebalg) sorgt dafür, dass die Mahlkammer nach jedem Vorgang nahezu rückstandslos geleert wird.
- Konstanz: Die Mühle glänzt durch eine hohe Wiederholgenauigkeit – ideal für Baristi, die häufig zwischen verschiedenen Kaffeesorten und Drehzahlen wechseln.
Reinigung und Wartung
Die Reinigung ist durch das unkomplizierte Aufschrauben des Mahlgrad-Kragens sehr einfach gestaltet. Es müssen keine zusätzlichen Schrauben gelöst werden, um an das Mahlwerk zu gelangen.
Praxis-Tipp: Die werkzeuglose Öffnung macht die T64 Gen2 besonders wartungsfreundlich, gerade wenn man verschiedene Mahlscheiben-Sets testen möchte.
Fazit für die Espresso-Reise
Die T64 Gen2 mit RPM ist ein echtes Präzisionswerkzeug. Die Möglichkeit, die Drehzahl in 100er-Schritten zu steuern, macht sie zu einer der flexibelsten Mühlen ihrer Klasse. Sie ist die perfekte Wahl für alle, die das volle Potenzial ihrer Kaffeebohnen ausschöpfen und das Mahlverhalten exakt auf Röstgrad und Mahlscheibentyp abstimmen wollen.
Workflow-Optimierung: Schneller Wechsel zwischen Bohnensorten
Einer der größten Vorteile eines Single-Dosing-Setups wie der T64 Gen2 ist die Freiheit, jederzeit zwischen verschiedenen Kaffeesorten zu wechseln – vom entkoffeinierten Espresso am Abend bis hin zum hell gerösteten „Specialty Coffee“ am Morgen. Dank der digitalen RPM-Steuerung in 100er-Schritten lässt sich dieser Wechsel nun noch präziser gestalten.
Tipps für den reibungslosen Sortenwechsel:
- Dial-In mit System: Notiert euch für jede Bohnensorte nicht nur den Mahlgrad, sondern auch die RPM-Stufe. Eine helle Röstung bei 1000 RPM benötigt oft eine andere Mahlgradeinstellung als dieselbe Bohne bei 1400 RPM, da die Partikelstruktur bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten variiert.
- Der „Purge“-Shot entfällt: Da der permanente Totraum bei nur 0,3 g liegt, müsst ihr zwischen zwei Sorten keine wertvollen Bohnen verschwenden. Ein kurzer Stoß mit dem Blower nach dem Mahlvorgang reicht aus, um die Kammer für die nächste Sorte vorzubereiten.
- RPM als „Feintuning“-Variable: Wenn ihr eine neue Sorte einstellt und merkt, dass der Espresso fast perfekt ist, aber noch das letzte Quäntchen Süße fehlt, probiert eine Anpassung der Drehzahl um +/- 200 RPM, bevor ihr den Mahlgrad physisch verändert. Oft ist dies der smartere Weg zum Ziel.
- Statik-Management: Bei verschiedenen Bohnen reagiert die statische Aufladung unterschiedlich. Sollte eine dunkle Röstung bei hoher Drehzahl stärker streuen, kann das Herabsetzen der RPM in 100er-Schritten oft Wunder wirken und für ein saubereres Auswurfbild sorgen.
| Röstgrad | Empfohlene RPM | Gewünschter Effekt |
| Sehr hell (Light Roast) | 900 – 1100 | Maximale Klarheit: Weniger Feinstaub, komplexe Säuren werden betont. |
| Medium (Omniroast) | 1200 – 1500 | Balance: Ausgewogenes Verhältnis zwischen Körper und Struktur. |
| Dunkel (Classic / Italian) | 1600 – 1900 | Körper & Textur: Viskoses Mundgefühl und dichte Crema. |
| Upgrade-Scheiben (z.B. SSP) | 1000 – 1300 | Präzision: Nutzt den speziellen Schliff der Scheiben optimal aus. |
